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Kultur

Im Freistaat Sachsen ist die Kulturpflege eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise“, so das Sächsische Kulturraumgesetz, das damit dem Reichtum und der gewachsenen Vielfalt der sächsischen Kulturlandschaft Rechnung trägt. Zu dieser Vielfalt hat die Stadt Leipzig über viele Jahrhunderte durch bürgerschaftliches Engagement außergewöhnlich viel beigetragen, von den Thomanern und der Oper über das Gewandhausorchester bis zum Schauspiel mit seinen bis zur Neuberin zurückreichenden Wurzeln. Dabei kann die städtische Kultur nicht nur die Pflege der vergangenen Meisterwerke im Fokus haben, sondern sie muss auch Neuem gegenüber aufgeschlossen sein. Die städtische Kultur als wesentlicher Standortfaktor Leipzigs wird auch und besonders durch die vielfältigen, lebhaften und innovativen Beiträge der Freien Szene geprägt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen in der Kultur ein Instrument, um den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu fördern. Chancengleichheit beim Zugang zu Kulturangeboten ist ebenso notwendig wie die kulturelle Bildung für Jung und Alt. Die Sozio- und Stadtteilkultur hat dabei eine besondere Bedeutung. Sie soll bedarfsgerecht erhalten und in bisher unterversorgten Stadtteilen entwickelt werden. Zudem müssen Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur gleichberechtigten Zugang zu kulturellen Angeboten erhalten, sondern ihr kultureller Hintergrund sollte sich nach Möglichkeit auch in den Kulturangeboten widerspiegeln.
Das Erinnern an die Friedliche Revolution von 1989 ist für Bündnis90/DIE GRÜNEN ein besonderes Anliegen. Neben der Sicherung von Rahmenbedingungen für vorhandene Einrichtungen und Projekte geht es um das Initiieren von Neuem, das geeignet ist, den Wert der damals gewonnen Freiheit und Demokratie immer wieder zu verdeutlichen.

Leipzig lässt sich seine Kultur viel kosten. Während in vergleichbaren Kulturstädten wie Dresden oder Stuttgart erhebliche Landesmittel für die Kultur eingesetzt werden, finanzieren die Leipziger Bürgerinnen und Bürger ihre Kultureinrichtungen zum großen Teil selbst. Das ist eine enorme Leistung. Der jährliche Zuschuss für dieses Angebot beträgt bis zu 9 % des städtischen Ergebnishaushaltes. In Anbetracht der immer schwieriger werdenden Haushaltslage gerät die städtische Finanzierung der Kultur jedoch immer mehr unter Druck.

Zuschüsse laut Kulturraumgesetz einfordern - Kulturtaxe prüfen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern von der Sächsischen Staatsregierung, die im Sächsischen Kulturraumgesetz festgeschriebenen Zuschüsse für die Kommunen nicht weiter zu kürzen. Des Weiteren treten wir für eine gerechte Verteilung dieser Mittel ein.

Eine Kurtaxe für alle in Leipzig übernachtenden Gäste (analog zu Dresden) ist zu prüfen und gegebenenfalls einzuführen.

Strukturen prüfen

Die Kostensteigerungen im Kulturbereich bringen Leipzigs Haushalt immer weiter an seine Grenzen. Die Strukturen der Leipziger Kulturlandschaft waren auf dem Prüfstand. Die von actori offerierten Veränderungsmöglichkeiten sollten nur ausgeschöpft werden, wenn Einsparungen und Auswirkungen in einem gesunden Verhältnis stehen.

Ziel muss es sein, ein umfassendes und zeitgemäßen Ansprüchen genügendes Kulturangebot in unserer Stadt auch in Zeiten knapper Kassen zu erhalten. Dabei ist BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wichtig, dass nicht nur die Leuchttürme der Hochkultur, sondern auch Einrichtungen der kulturellen Bildung wie Museen, Kabaretts und viele Leipziger Vereine ihren kulturellen und Bildungsauftrag weiter erfüllen können.

Finanziell verantwortungsvolle städtische Kulturpolitik

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für eine auch finanziell verantwortungsvolle städtische Kulturpolitik, die sowohl künstlerische Qualität als auch internationale Strahlkraft der Kulturbetriebe absichert. Kulturelle Vielfalt kann nicht ein Gegeneinander der jeweiligen Genres bedeuten. Wir fordern daher verstärkte Kooperationen zwischen Hochkultur und Einrichtungen der Freien Szene. Diese Kooperationen sollen dabei innovative Ansätze ermöglichen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erwarten, dass die Aufgaben der städtischen Kulturpolitik in einer Hand kompetent wahrgenommen werden. Das Amt einer Kulturbürgermeisterin oder eines Kulturbürgermeisters muss dementsprechend besetzt werden.

Kulturentwicklungsplan fortschreiben

Der Kulturentwicklungsplan muss dringend evaluiert und bis 2023 fortgeschrieben werden. Die Akteure der Leipziger Kulturlandschaft sind hier zwingend einzubinden.

Endlich 5 % für die Freie Szene

Für die Einrichtungen der Freien Szene ist ebenso wie für die Häuser der Hochkultur die Planungs- und Finanzierungssicherheit wichtig. Bis spätestens 2015 muss der von der Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN initiierte Stadtratsbeschluss mit dem garantierten 5%igen Fördermittelanteil für die Freie Szene am Kulturhaushalt umgesetzt sein. Wichtig ist dabei eine transparente Vergabe dieser Fördermittel. Bei der Neufassung der Fachförderrichtlinie Kultur sind die Vertreter der Freien Szene anzuhören.

Distillery“ erhalten und Clubkultur stärken 

Die Clubkultur gehört zur Leipziger Kulturlandschaft. Die „Distillery“, seit 1995 am selben Ort in der Südvorstadt und der älteste Club für elektronische Musik in Ostdeutschland, ist ein Ort für die jungen Menschen in dieser Stadt und stellt ein Lebensgefühl dar. Elektronische Musik und die entsprechenden Clubs sind ein bedeutender Teil der Leipziger Musik- und Jugendkultur. Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gilt: Die „Distillery“ muss unbedingt am jetzigen Standort erhalten werden. Das trifft auch auf das „Conne Island“ zu.

Freiräume für Initiativen und Events 

In Leipzig werden Initiativen und Events im Kultur- und Freizeitbereich zuweilen mit hohen oder intransparenten Auflagen belegt. Dabei trägt die Nacht- und Veranstaltungsökonomie zur Wertschöpfung in der Stadt bei, belebt die Kultur und hat sich zu einem Aushängeschild entwickelt.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern eine transparente Auflagenpolitik, die dem Grundsatz der Gleichbehandlung folgt. Den Veranstaltenden soll größtmögliche Planungssicherheit gewährt werden, statt Verbote zu setzen sollen gemeinsam Alternativen erarbeitet und umgesetzt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Global Space Odyssee. Um tolerant miteinander umzugehen, sind die Belange von betroffenen Anwohnern und Veranstalterinnen in einen Ausgleich zu bringen, indem gegenseitig aufeinander Rücksicht genommen wird.

Denkmalpflege ist Stadtkultur

Auch die bauhistorischen Denkmäler unserer Stadt gehören zur Stadtkultur. Denkmalschutz wie Baukultur müssen Bestandteil von kulturpolitischen Leitlinien sein. Die Instrumente, um Denkmale zu erhalten wie ein Gestaltungsbeirat und die Denkmalpflege, sind unbedingt zu erhalten und zu stärken.

Museumslandschaft erhalten, entwickeln und vernetzen

Museen spielen als sammelnde, speichernde, forschende und vermittelnde Gedächtnisinstitutionen eine wichtige Rolle bei der gesellschaftlichen und kulturellen Standortbestimmung. Sie sollen lehrende und lernende Institutionen sein, die auch immer wieder der aktuellen Positionierung bedürfen. Voraussetzung hierfür bilden das Leitbild und das Museumskonzept. Museen müssen mit der vielfältigen regionalen und überregionalen Wissenschafts- und Forschungslandschaft vernetzt werden. Damit können Ressourcen in Forschung, Bildung und Vermittlung, aber auch in der Drittmittelakquise und dem Sponsoring ausgeschöpft werden.

Neuanfang für das Naturkundemuseum

So, wie die Bürgerinnen und Bürger Leipzigs 2011 Hunderte von Unterschriften gesammelt haben, setzen sich auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Erhalt des historisch gewachsenen Naturkundemuseums auf zeitgemäßem Niveau ein. Dafür bedarf es eines modernen Standortes, eines Leitbildes und einer konzeptionellen und zukunftsfähigen Neuausrichtung. Das Naturkundemuseum als Bildungsstätte für den Arten- und Naturschutz sowie für die Veränderung der Naturlandschaften in Mitteldeutschland verfügt über großartige Sammlungsbestände, die es zu bewahren, zu erweitern und weiter zu erforschen gilt. Dafür ist eine ständige Kooperation und Vernetzung mit wissenschaftlichen Institutionen, Vereinen und Gesellschaften notwendig.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen, dass das Naturkundemuseum als umfassendes Umweltbildungszentrum am Standort Leuschnerplatz (Bowling Center) ausgebaut und mit den drei Umweltbibliotheken und anderen Umwelteinrichtungen Leipzigs vernetzt wird.

Faire Arbeitsbedingungen in der Leipziger Kultur/Rahmenbedingungen sichern

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern, dass die städtische Kulturförderung die soziale Situation von Kunst- und Kulturschaffenden im Blick hat. Prekäre Arbeitssituationen auch bei Freischaffenden, die von der Kulturförderung profitieren, müssen vermieden werden. Die Musikschule und die Volkshochschule, beides Eigenbetriebe der kulturellen Bildung, sollten ein ausgewogenes Verhältnis von fest angestellten und freiberuflichen Beschäftigten aufweisen. Bildende Künstlerinnen und Künstler müssen für die Ausstellung ihrer Werke in jedem Falle angemessen vergütet werden. Dafür soll die Richtlinie des Sächsischen Künstlerverbandes angewendet werden.
Voraussetzung für künstlerisches Schaffen insbesondere in den Bereichen Musik und bildende Kunst ist das Vorhandensein entsprechender Arbeitsräume. Bündnis 90/DIE GRÜNEN setzen sich für eine kontinuierliche Förderung von Vereinen und Initiativen ein, die die Schaffung und Vermittlung von Bandproberäumen und Ateliers zu ihrer Aufgabe gemacht haben. Bei der Stadtplanung und Quartiersentwicklung sollen die Bedürfnisse der Kulturszene in jedem Fall mit betrachtet werden.

Internationaler Standort für die Kultur- und Kreativwirtschaft → Wirtschaft

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